Helmut Gotes Artikel machte uns neugierig auf das "Tre Santi". Ich hatte schon längere Zeit beobachtet, dass das Ladenlokal (ehemals eine Pizzeria) auf der Kasparstr. im Agnesviertel leer steht und als Herr Gote voll des Lobes war, habe ich mich schon gefreut, dass das Agnesviertel anscheinend eine Bereicherung in der doch eher spärlichen Gastronomielandschaft erfahren hat.
Mal einfach so dort vorbeigehen, war nach dem Artikel von Herrn Gote leider nicht möglich. Leider brauchten wir auch einige Anlaufzeit, um eine Reservierung telefonisch festzumachen, da das Telefon nie besetzt zu sein schien. Irgendwann gelang uns das dann doch.
Wie wir es bereits aus Italien kannten, gibt es keine Speisekarte, sondern die Gerichte des Tages werden am Tisch aufgezählt. Die sympathischen, jungen Inhaber übernehmen dies selbst. Die Räumlichkeiten sind eher kärglich (puristisch wäre hier der falsche Ausdruck) eingerichtet. Übermässiger Schnickschnack soll hier anscheinend nicht von der Küchenleistung ablenken, was wir auch äußerst positiv finden. Durch die hohen Decken wirkt die minimalistische Dekobemühung jedoch etwas verloren. Positiv ist, dass man sich nicht -wie in anderen Lokalen- so nah auf der Pelle sitzt. Manch einer wird hieran aber auch etwas zu Meckern haben, weil das gemeinsame Essen eben dann auch nicht so kommunikativ verläuft...
Die Karte weist tatsächlich ein paar andere Gerichte auf, wie die des typischen Italieners von nebenan (statt Pizza z.B. Tafelspitz in Brühe mit Romanesco und Avocadocréme). Die meisten Gerichte kennen wir jedoch auch schon von anderen gehobeneren italienischen Restaurants in der Stadt. Sowohl die Ausführung der Gerichte (die durchaus in Ordnung war -aber keine Begeisterungsstürme in uns weckte) wie vor allem die Preise sind jedoch, wenn man den direkten Vergleich mit z.B. einem mittlerweile alteingesessenen Restaurant wie dem "Pane e vino" zieht, nicht das, was wir uns erhofft haben. Mit Verlaub gesagt: die jungen Besitzer haben von vorneherein die Preise für ihr Essen viel zu hoch angesetzt. Was das Kaufmännische und die Vermarktung ihrer Dienstleistung betrifft, ist das für uns somit eine klare "0". Sie wurden in diesem Punkt entweder gar nicht oder falsch beraten. Besser wäre es gewesen, erst einmal auch preislich kleine Brötchen zu backen und sich langsam das Vertrauen einer Stammkundschaft zu sichern. Später kann man die Preise immernoch erhöhen, wenn denn die Qualität der Küchenleistung und die eingesetzten Produkte es zulassen.
Sicher - durch Helmut Gotes positiven Artikel bekam das Tre Santi insbesondere in den ersten Tagen nach der Veröffentlichung viel Aufmerksamkeit und einen guten Zulauf. Ob sich das in der nächsten Zeit auch langfristig auswirkt, bleibt abzuwarten. Und wenn das Tre Santi sich längerfristig hält, dann vielleicht auch nur aus mangelnder Alternative im Agnesviertel - so unsere Diagnose... Wir nehmen den Weg jedenfalls nicht nochmal in Kauf.
Kasparstr. 19
50670 Köln (Agnesviertel)
Telefon (0221) 73 253 56
Öffnungszeiten:
Di-So: ab 17h





