Oyster

 

Wir waren vor Jahren mal im Oyster, als es damals von Peter Foltynowicz mit einem Partner eröffnet worden ist. Peter Foltynowicz kümmerte sich dann vor ein paar Jahren um sein neues Projekt NADA (in der Cleverstr. quasi "um die Ecke" vom Oyster), welches mittlerweile auch wieder von jemand anderem geführt wird. Wiederentdecken konnte man ihn übrigens als Koch "undercover" (getarnt als "Ferdinand") bei einer Folge der auf VOX ausgestrahlten Sendung "Das perfekte Dinner". Mittlerweile arbeitet er anscheinend als Küchenchef in einem Golfresort in der Nähe von Lohmar.

Aber nun zurück zum Oyster.

Und zu unserem Besuch dort im Juni 2013.

Der jetzige Inhaber des Oyster, Pierre Villechanoux, stammt aus dem Bordeaux und führt sein Restaurant unglaublich charmant.

Wir kamen hier her und fühlten uns sofort wieder zurück in unseren diesjährigen Urlaub nach Südfrankreich versetzt.

Die Karte ist klein aber fein mit sehr gut ausgesuchten Grundprodukten und wer ein echter Meeresfrüchte- und Fischliebhaber ist, kommt hier allemal auf seine Kosten, auch wenn die Preise hier natürlich ebenso gehoben sind...

Nicht jeder Gast scheint dies allerdings zu schätzen zu wissen, daher ist das Restaurant an einem Freitagabend wohl auch leider nicht ausreichend besucht.

Wir nehmen Platz und werden überaus freundlich und zuvorkommend sowohl vom Inhaber als auch von seinem Mitarbeiter im Service bedient.

Wir fühlen uns wohl.

Wir entscheiden uns zunächst für einen Cremant rosé als Aperetif und eine Flasche Wasser ohne Kohlensäure.


Wir lassen unseren Blick über die wohlklingende Karte schweifen und fangen an zu schwelgen...

Herr Villechanoux empfiehlt uns den Baby-Steinbutt quasi als "Catch of the day".

Wir entscheiden uns für die gemischten Crevetten für 16,50 € und für die gemischten Austern (6 Stück) für 24,50 € als Vorspeise.

Als Hauptgang entscheiden wir uns tatsächlich einmal für den Baby-Steinbutt für 29,50 € und für die "Oyster Bouille" (Bouillabaisse nach Art des Hauses) für 18,50 €.

Auch bestellen wir eine Flasche Chardonnay aus dem Burgund (Bourgogne Cachat) für 34,50 €.

Wir erhalten ein leckeres Schälchen Olivenöl (grasgrün, fruchtig-herb und vermutlich etwas Trüffelaroma) mit Baguette.

Dennoch müssen wir auf unsere kalte Vorspeisenplatte -die Crevetten und Austern werden in einer großen mit Eis gefüllten Schale höchst dekorativ serviert- sehr sehr lange warten (über 1 Stunde)... Andere Gäste müssen ebenfalls sehr lange warten. Es scheint so, als ob erst der eine Tisch komplett abgearbeitet würde, bis der nächste überhaupt drankommt. Wir wissen es nicht genau. Der Inhaber ist streckenweise lange nicht mehr im Gastraum zu sehen und hilft vermutlich in der Küche mit.

Wie schon der Vorgänger auch (siehe unsere ältere Kritik unten), gibt es in der Küche leider ganz offensichtlich ein Timing-Problem.

Wir vermuten, dass das irgendwie auch an der Räumlichkeit der Küche selbst liegen muss und diese für ein solches Restaurant vermutlich einfach zu klein ist.

Wir geniessen dennoch unsere Vorspeise mit den leckeren hausgemachten Soßen (Aioli, Rouille und Vinaigrette).

Unsere bestellte Flasche Wein ist jedoch schon fast leer und wir müssen wieder sehr lange auf unseren Hauptgang warten...

Wegen der langen Wartezeit bekommen wir von Herrn Villechanoux eine zweite (sogar bessere) Flasche Wein aufs Haus spendiert. Wir sind natürlich sehr erfreut, haben aber unsere Zweifel, ob sich das für ihn wirklich rechnet, bekommen wir doch mit, dass die anderen wartenden Gäste ebenfalls so bedient werden.

Wir denken aber grundsätzlich, dass die meisten Gäste ihr Essen lieber früher auf dem Tisch hätten als komplett betrunken aber ausgehungert der tollen Dinge zu harren, die da dann irgendwann doch noch aus der Küche getragen werden...

Die Bouillabaisse (auch wenn sie natürlich der Zeit geschuldet keine "Marseiller Bouillabaisse" ist) kam bei meinem Gegenüber hervorragend an, sehr schmackhaft gewürzt und einfach stimmig im Fischanteil (er liebt "Rouget" sprich Rotbarbe:-)).

Mein Babysteinbutt dagegen war leider zweimal gestorben, wobei das zweite Mal meiner Meinung nach nicht hätte sein müssen.... Sehr sehr schade um den guten Fisch!!! Er war leider zu trocken und das ist eigentlich mal gar nicht so einfach, weil die Zubereitung von Fisch doch erheblich leichter ist als die von Fleisch... Aber er hat dennoch ganz schmackhaft gewürzt geschmeckt und ich hatte Hunger - und ich würde nie ein Lebensmittel einfach so zurückgehen lassen, das einmal gelebt hat!!!

Wir entschieden uns auch noch dafür, den Schokoladenfondant für 9,50 € als Nachtisch zu bestellen - nun kam es auf die auf der Karte angekündigte Wartezeit von 15 Minuten auch nicht mehr an...;-)

Das Dessert war sehr lecker!

Zwei Espresso und ein kurzes Pläuschchen mit dem Inhaber dazu und der Abend endete rund.

Unser Fazit:

Wir drücken Pierre Villechanoux die Daumen, dass er mit seinem Restaurant Erfolg hat und mit dem Oyster somit in Köln ein kleines Stückchen Frankreich bestehen bleibt, denn wir haben ihn und sein Restaurant irgendwie in unser Herz geschlossen.

Aber wenn demnächst mehr Gäste kommen, sollte die Küche dringendst ihr Zeitproblem in den Griff bekommen!!!;-)

 

P.S. Am nächsten Tag haben wir Herrn Villechanoux dann ganz zufällig im Frischeparadies in Hürth wiedergetroffen - er weiß eben auch was gut ist:-).... Und das hat eben seinen Preis.....

 

Thürmchenswall 62

50668 Köln

Telefon (0221) 99 23 271
 
Homepage:
www.oyster-restaurant.com
Öffnungszeiten:
logotype


Montag - Freitag
Montag - Samstag
Sonntag


12:00 - 14:00 Uhr
18:30 - 23:00 Uhr
12:00 - 21:00 Uhr

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frühere Kritik:

Den leckersten "Auswärtssalat" habe ich hier gegessen... Und die Fischgerichte sind auch himmlisch und mit viel Raffinesse gemacht. Wenn es nur nicht so lange gedauert hätte, bis wir etwas zu Essen bekommen haben...  Aber sonst: tip-top! Wir kommen wieder!!!

http://www.oyster-restaurant.com/

Thürmchenswall 62

50668 Köln

Telefon (0221) 9923271

Öffnungszeiten: Montag - Samstag 18.00 bis 1.00 Uhr

 

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