aura - by Luis Dias

 

September 2013

In der letzten Falstaff las ich einen Beitrag zum noch recht neuen eigenen Restaurant von Luis Dias, der sich in Köln bereits einen Namen in der Spitzengastronomie gemacht hat und dem damaligen Rodenkirchener Da Bruno mit zu einem Stern verholfen hat. Danach war er u.a. maßgeblich am Erfolg des Le Patron beteiligt, wie zu lesen war. Nun ist er also wieder da.

Wir selber haben die Küche von Luis Dias erst jetzt kennengelernt.

Gerade mal 5 Monate ist es her, dass Herr Dias, der "kölsche Portugiese" unter den Spitzenköchen in Köln, nun sein "aura" eröffnet hat - und das wieder in Rodenkirchen in den selben Räumlichkeiten, die früher die Antica Osteria beherbergten.

Er hat sein Restaurant hell streichen lassen und auch mit hellen Tischen und Stühlen ausgestattet. Die Räumlichkeit wirkt nicht modern, sondern klassisch schick. Das für unseren Geschmack etwas zu pompös-gediegene Ambiente ist vermutlich ein bißchen dem Rodenkirchener Publikum mit gutem Geldbeutel geschuldet.

Warm ist es in dem kleinen Restaurant, trotzdem -oder gerade weil- alle Fenster und Türen weit aufgerissen sind. Draußen herrscht nämlich auch noch abends eine Temperatur von über 30 Grad Celsius. Die geöffneten Türen locken zu allem Überfluss auch noch ein paar etwas störende Insekten ins Innere.

Aber wir sollten uns über den warmen Spätsommer wirklich nicht beschweren - unser Sommer war ja doch sehr kurz...

Empfangen werden wir von zwei Servicemitarbeiterinnen, die uns freundlich an unseren reservierten Tisch geleiten. Wir sitzen relativ zentral.

Der Sommelier begrüßt uns beschwingt und fröhlich und zählt für uns auf Anfrage bereitwillig die verschiedenen Aperitifangebote des Hauses auf. Wir entscheiden uns für einen frisch-herben Americano (Campari, Martini und Soda) und ein Kölsch.

Die tagesfrischen Angebote stehen auf einem Porzellanteller geschrieben, der uns mit der normalen Speisekarte gereicht wird - eine nette Idee.

Vorneweg erhalten wir Brot mit Olivenöl. Das vielversprechende Amuse Bouche besteht aus sehr schmackhaft marinierten Garnelen, Mayonnaise-Tupfen und Kresse.

Wir entscheiden uns für das 4-gängige Menüangebot für 38,50 €, welches dem Meeresgetier gewidmet ist und sich trotz aller Klassik doch recht nett liest:

Jakobsmuschel auf Sellerieschaumsüppchen mit gehobeltem schwarzem Trüffel

Das Sellerieschaumsüppchen ist sehr dezent gewürzt und stiehlt der Hauptattraktion - der äußerst delikat zubereiteten und auf den Punkt gegarten Jacobsmuschel - auf dem Teller somit nicht die Show. Der Trüffel hat leider kein Aroma. Wenn man sich viel Mühe beim Erschmecken gibt, könnte man meinen, einen leicht muffigen Trüffelhauch zu erahnen. Für uns ist dieses "Gimmick" somit ziemlich überflüssig für das ansonsten gekonnt inszenierte Gericht - obwohl wir Trüffel ansich sehr gerne mögen.

Scampi an Risotto mit Rucola

Wenn ich auf hohem Niveau kümen wollte, könnte ich an diesem durchaus schmackhaft zubereiteten Gericht beanstanden, dass das Risotto kein wirkliches Risotto -wie ich es verstehe- war. Die risottotypische Schlotzigkeit sprich Sämigkeit fehlte hier leider. Somit war das für mich nur ein in Brühe gekochter Reis (welcher sicherlich ein hochwertiger Risottoreis war - ich stelle das Produkt somit nicht in Frage nur die Zubereitung) mit feinstgeschnittenen Gemüsewürfelchen und 2 sehr gut gegarten Scampi.

Scaloppina vom Seeteufel in Parika-Kapern-Sardellenvinaigrette an Kohlrabipüree

Ich bin kein Seeteufel-Fan. Aber dieses Gericht war für mich das Perfekteste des ganzen Menüs. Der Seeteufel war phantastisch zart gebraten (er kann bei falscher Zubereitung ja leider schnell eine etwas gummiartige Konsistenz erlangen...) und das dazugereichte Gemüse, die Sauce und das Püree waren äußerst feinsinnig abgeschmeckt und harmonierten daher sehr stimmig. Bravo!

Pfirsichinseln - Dreierlei vom Pfirsich

Das Dessert war ein gelungener Abschluss und bestand aus einer Pfirsichcrémespeise im Glas, leicht bissfestem Pfirsichkompott und Pfirsichsorbet. Das machte das durchweg gute Menü an diesem Abend rund.

Wer uns kennt oder hier schon länger mitliest, weiß natürlich auch, dass wir es uns bei solch einem Menü nie nehmen lassen, auch einen guten Wein dazu zu ordern.

Wir entschieden uns hier für eine glasweise Begleitung, die der Sommelier des Hauses für uns aussuchte.

Wir bekamen folgendes zu trinken (für eine Weinpauschale von 19 € pro Person):

den uns bereits aus dem Teatro bekannten süffigen 21 Settembre - Roero Arneis D.O.C.G. von Luca Abrate, einen netten Pinot Bianco (Weißburgunder) aus Südtirol, einen sehr leckeren spanischen Rosato aus der Tempranillotraube (Kastilien) und einen schön ausgewogenen Dessertwein, welcher mir leider entfallen ist, aber der Gegenüber hat die Flasche fotografiert, oder? (Er hat...)

Die Weine waren allesamt sehr stimmig ausgesucht und mundeten uns sehr gut. Der Sommelier versteht sein Geschäft und schenkte uns gerne auch mal nach!

Links und rechts von uns saß Rodenkirchener Stammpublikum, dass dem Sommelier, dem Chef des Hauses Luis Dias und den Servicemitarbeiterinnen sehr gut bekannt war. Herr Dias kam auch an unseren Tisch, um sich zu erkundigen, wie es uns schmeckt - eine sehr nette Geste.

Unser Fazit: Alles in allem war es für uns ein gelungener kulinarischer Abend.

 

Wilhelmstraße 35a

50996 Köln Rodenkirchen

Tel. 0221 - 935 23 23

www.aura-coeln.de

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Öffnungszeiten:

Mo. Ruhetag

Di.- Fr. 12:00-14:30h & 18:00-22:00h

Sa. 18:00-22:00h

So. 12:00-14:30h & 18:00-22:00h

 

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